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Olaf E. Jahnke und Schwäbische Zeitung

Kleine Reminiszenz an die juristischen "Roots"
als Journalist im Amtsgericht Tettnang
http://www.schwaebische.de/region/bodensee/tettnang/stadtnachrichten-tettnang_artikel,-Pfandrueckgabe-auf-die-krumme-Tour-_arid,5236848.html

und so sieht es bei der Schwäbisch-Alemannischen-Fasnet in Tettnang aus

Aktuelle Presslinks

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Und was bedeutet eigentlich

Komintext?


Nein das hat nix mit Komintern zu tun, sondern entspricht der

guten Traditionen Namen oder Inhalte zu verarbeiten.

Komintext steht also für

Kommunikation intern und extern.

Das umfasst alle Arten von Unternehmenskommunikation.

Und die meisten Medien.



siehe auch im Internet zum Thema Euthanasie-Gedenken



Zum 1. Februar 1940

Respekt vor den Ermordeten

Pfingstweid gedenkt mit szenischer Performance

 

(oej) Tettnang. Vor siebzig Jahren wurden die ersten Pfingstweid-Bewohner „verlegt“.  Emotionen,  Würde, Erinnerung an Schreckliches, Engagement aller Beteiligten und reges Interesse von Behinderten und Nichtbehinderten kennzeichneten den Abend der Erinnerung am Montag in der diakonischen Einrichtung für geistig behinderte Menschen.

Einige Tettnanger Bürger, Angehörige und Eltern, Teile des Jugendgemeinderates und viele Pfingstweid-Bewohner und –Mitarbeiter waren in die Pfingstweid-Gemeinschaftshalle gekommen.

 

Du musst mit

Das Thema ist denkbar schwierig. Das war auch der Einstieg in den Abend. „13 Bewohner wurden verlegt“ bedeutet nichts weniger als ein Terminus technicus der nationalsozialistischen Machthaber für „abtransportiert, um sie dann in Grafeneck zu ermorden“. Es erfordert die richtige Mischung aus würdigem Gedenken, Trauer, aber auch Information. Die Auftaktveranstaltungen der Diakonie Ende letzten Jahres haben gezeigt, es geht darum, den Opfern Namen zu geben, Erinnerung zu bewahren, das Schreckliche zu veranschaulichen. Die Gedenkveranstaltungen sorgen dafür, dass das Verbrechen der Vernichtung so genannten „unwerten Lebens“ nie wieder vorkommt. Und dass es nicht beschönigt oder verdrängt wird. Moderator, Choreograf, Sänger, Musiker, Autor, Regisseur und Chef der Inszenierung: viele Aufgaben für das Mulitalent Fritz Mäser, dem Verantwortlichen für den Bereich Kultur und Bildung beim Heim Pfingstweid. Ihm gelang es mit seinem Team das schwierige Thema szenisch und musikalisch anspruchsvoll, ergreifend und informativ umzusetzen.

 

Als die grauen Busse kamen

Zu keinem Zeitpunkt peinlich oder  rührselig, schafften es die Darsteller, überwiegend behinderte Menschen,  auf der Bühne  überragend dicht und authentisch an das schreckliche Ereignis der Verbringung der ersten 13 Euthanasie-Opfer aus Pfingstweid zu gedenken. Den Horror der Massenvernichtung zeigten die Pfingstweidler mit Kurzbeschreibungen der Opferschicksale, mit Balladen, mit Fotos und szenischen Darstellungen des Aussortierens und Abholens, mit einem grauen Busheck. Die Heimbewohner spielten mit – und waren einerseits gut drauf, andererseits doch sehr nachdenklich. Mäsers Texte trafen auf den Punkt – ohne das Ereignis emotional zuzudecken.

 

Besonderer Respekt

Das merkte auch das Publikum, von denen sich noch einige im Anschluß im Café zusammenfanden.  „Wir haben heute was ganz Besonderes erlebt“ war zu hören. Gut kam auch die kleine Ausstellung und der Büchertisch an, die Mäser und sein Team aufgebaut hatte. Hier konnte man schwarz auf weiß sehen, mit welch bürokratischer Menschenverachtung Epileptiker, Menschen mit Geburtsschäden oder geistig Zurückgebliebene ermordet wurden. Erinnerungsveranstaltungen wie diese zeugen vom tiefen Respekt und von der Verantwortung dafür zu sorgen, dass sich so etwas nie wieder ereignen kann. Deswegen sind auch weitere Erinnerungsveranstaltungen zu den kommenden Gedenktagen im Heim Pfingstweid geplant.





 

Neujahrsempfang bei H&H Gerätebau

Energie war das Motto

Mittelständler optimistischer

 

(oej) Langenargen. Zum Neujahrsempfang hatte am Freitag Abend die H&H Gerätebau in ihre Produktionsräume in Langenargen Bildstock geladen. Unter dem Motto „Mit Energie ins neue Jahr“ gingen die Kältespezialisten das neue Jahr stilgerecht an.  Zu Beginn gab es einen Sekt-Empfang und gute Taten, es folgten ein Gastvortrag von BetaTherm Erdwärme, ein energievolles Büffet und eine energiegeladenen Tangoshow.

Mehr als fünfzig Gäste hatten sich in die Produktionsräume der Langenargener Fachleute für Temperierlösungen begeben. Dort erwarteten sie Energiedrinks, Energieriegel und eine energische Rede vom leitenden Geschäftsführer des inhabergeführten Kälteunternehmens, Norbert Herrmann.

Optimimus überwiegt

Herrmann betonte, dass man das letzte Jahr gerade verlustfrei überstehen habe können. Für 2010 sei keine Kurzarbeit geplant. Als besonders erfreulich werten die Temperier-Spezialisten, dass man keine Kunden verloren habe. Schließlich könne man besonders stolz sein, in schwierigen Zeiten sogar 18 Neukunden hinzugewonnen zu haben.

Für die  überragende Teamleistung mit Qualität, Service und Engagement bedankten sich Herrmann und der zweite Geschäftsführer Jürgen Riedl. Für das kommende Jahr wolle man optimistisch bleiben und den Marketing-Bereich weiter aufbauen. Zwar gebe es auch Rückschläge, es zögen noch nicht alle Kunden so mit, wie eigentlich geplant, die Entwicklung sei aber insgesamt positiv zu sehen.

Spende für kranke Kinder

Besonders freute sich Geschäftsführer Herrmann, dass er für die H&H Gerätebau 1000,- Euro an die Kinderkrebsklinik Katharinenhöhe (Schwarzwald) überweisen konnte.  Die Spendenaktion ersetzte die Weihnachtsgeschenke für H&H-Kunden.

Energie aus der Erde

Kooperation und Networking haben auch beim Langenargener Mittelständler Einzug gehalten. So waren die Energie-Spezialisten von BetaTherm Erdwärmesysteme eingeladen. In ihrem spannenden Vortrag erklärten Franz Graf und Hans Strobel die effektive und preiswerte Alternative von Erdwärmegewinnung.

Buffet, Bar und Tango 

Für das besonders leckere anschließende Büffet war Kathrin Burkhardt mit ihrem „Le Pichet-Catering“ aus Kressbronn verantwortlich.

Das H&H-Team nutzte – ganz vom Fach- Eis diesmal für den Barbetrieb. Die Mitarbeiter machten sich mit Energiedrinks und Cocktails an der Cocktailbar beliebt. Als nächtliches Unterhaltungsprogramm boten das Tango-Tanzpaar Christine Klas und Olaf Jahnke eine mit viel Beifall bedachte Tangoshow. Sie tanzten in typischer Tango Argentino-Manier Tango, Vals und Milonga. 

Gute Gespräche und Lounge-Musik bildeten den Abschluss des diesjährigen  H&H-Neujahrsempfangs.

Ausblick

Für 2011 gebe es schon verschiedene Pläne, auch was den Neujahrsempfang angehe. Sicher sei, war von den Geschäftsführern zu erfahren, es werde auch hier eine Steigerung geben, denn Erfolg mache Spaß.  Augenzwinkernd einig war man sich, entsprechend dem Motto des vergangenen Jahres, dass man lieber feiere als zu jammern.

 


 25 Jahre - 25 Zünfte
Pfingstweid-Saalfasnet feierte Jubiläum
Närrisches und Narren

Tettnang/Pfingstweid. Am Bromigen Freitag, Punkt 13.05  - begann die Pfingstweidfastnet. Zum Einstieg machten die Narrenzünfte der Umgebung und die  Heimbewohner einen Umzug durch das Heimgelände. Dann wurde Vorstand Friedrich Weissinger trotz erbitterten Widerstands entmachtet. Da half auch keine Konfettikanone. Der Tettnanger Bürgermeister Bruno Walter soll bei den  närrischen Umtrieben mitgeholfen haben. Schließlich stellten die Narren den Narrenbaum in die Pfingstweidmitte. Viele Helferinnen und Helfer schoben aufwändig verkleidete Menschen in Rollstühlen. Auffällig zahlreich zeigten sich Bräute und Bräutigame von ihrer besten Seite. Und die Zünfte haben erfreulicherweise keine Berührungsängste. Sie kommen immer wieder gerne zur  Fasnet in die diakonische Einrichtung für geistig behinderte Menschen. Die Veranstaltung lebt seit nunmehr 25 Jahren vom aktiven Mitfeiern der Narren. Gerd Danckert, inzwischen in Rente, Begründer der Veranstaltung, hilft immer noch mit. Er ist Moderator und macht auch eine Showeinlage mit vier jungen Damen mit Down-Syndrom. Einerseits sollten die Bewohner ihren Spaß haben, erklärt Dankert, andererseits sollten ja  auch Gäste von außerhalb zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Integration, Präsenz und Spaß seien die wichtigen Bestandteile der Pfingstweid-Fasnet. „Und das hat funktioniert, besser und länger als je gedacht. Hunderte Narren haben Pfingstweid inzwischen erobert. Von drinnen und draußen. Für die meisten aktiven Zünfte der Umgebung ist Pfingstweid mittlerweile ein fester Bestandteil des Fastnetsprogrammes. Und am bromigen Freitag genau das richtige.  Die meisten ließen es sich auch nicht nehmen auf der Bühne zu erscheinen:
„PFINGSTI ???! AHOI!“ war immer wieder zu hören. Etwas Besonderes sind die Menschen in ihren Verkleidungen, ebenso wie die närrische Mischung beim Feiern. Ausgelassenheit und Lebensfreude - und selber Mitmachen gehört auch dazu. Schließlich gestaltet die Pfingstweid Guggenmusikkapelle „Guck-a-Musik“ die Saalfasnet mit. Die schräge Blechband ist aber auch in den Nachbarorten gern gesehener Gast.

Bis 19 Uhr jagte ein Programm-Highlight das andere. Zwischendurch gab es immer wieder Gelegenheit für Tanzeinlagen, Polonaisen und Ausgelassenheit.
Bruno Walter ließ es sich nicht nehmen, das symbolische Moderatoren-Brautpaar standesamtlich zu vereinen - und nahm auch einige Pfingstweid-Ehrenmedaillen-Verleihungen vor. „Unglaublich klasse“ fand das Tettnanger Stadtoberhaupt „die Mischung“. Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass bei dem großen Anklang der Pfingstweid-Fasnet die nächsten 25 Jahre weitergefeiert werden kann.
 



Wir sind da! Wir wohnen am Ort!
20 Jahre Wohnhaus Paulinenstraße
Erfolgreiches Beispiel eines Wohnmodells
für Menschen mit geistiger Behinderung


Am Samstag feiern Bewohner, Betreuer und Nachbarn das zwanzigjährige
Bestehen des Wohnhauses Paulinenstraße 70 in Friedrichshafen mit
Bewirtung, Geburtstagsansprachen, Musik und Grillfest. Der offizielle Teil
der Veranstaltung beginnt um 11 Uhr mit einem festlichen Brunch. Vier
Frauen und fünf Männer mit geistiger Behinderung haben hier ein Zuhause
gefunden. Betreuung und Begleitung in dem Haus, das der Lebenshilfe gehört,
trägt Heim Pfingstweid e. V. . Neben verschiedenen Wohngruppen und Werkstätten
bietet Pfingstweid auch ein Angebot offener Hilfen, ambulanter Betreuung und
Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderung in Friedrichshafen und Umgebung an.


Erfolg der Normalität
Die Pauline, wie sie ihre Bewohner liebevoll nennen, ist ein Erfolgsmodell. Das
Wohnhaus an der Paulinenstraße fällt zwar nicht besonders auf – aber das soll es
ja auch nicht unbedingt. Die Sensation ist hier das „Normale“, einfaches
Zusammenleben. „Und was ist schon normal?“ fragt Sozialfachwirtin Claudia Konrad, Pfingstweid-Regionalleiterin Wohnen. „Für uns ist normal, Nacht- und Wochenendbereitschaft
zu leisten.“ Normal ist es auch, sehr verschiedene und individuelle Menschen mit
besonderen Schwächen beim Zusammenleben zu begleiten. Seit mehr als 20 Jahren
arbeitet Konrad für Pfingstweid, sie war von Anfang an dabei. Diese Form betreuter
Wohngruppen war damals eine echte Pioniertat, berichtet sie stolz. Weg von der
Idee einer zentralen Heimstruktur, macht es Sinn, hier Menschen aus der Gemeinde
in ihrem Stadtviertel eine Heimat zu geben –und Ihnen soviel Würde und Selbständigkeit
und Selbstbestimmung wie möglich anzubieten, ergänzt ihr Chef Harald Fechter,
Bereichsleiter Wohnen bei Pfingstweid. Das war nicht zuletzt durch die erfolgreiche
Zusammenarbeit von Lebenshilfe und Pfingstweid möglich. Angehörige, Betreute und
Betreuer zogen an einem Strang und brachten gemeinsam etwas sehr Sinnvolles voran:
ein besseres Leben für benachteiligte Menschen.


Selbst bestimmt und selbst organisiert
Die Wohngruppe wird von bis zu vier Pfingstweid-Fachkräften, wie Arbeits- und
Heilerzieherinnen betreut und begleitet. Überraschend vielleicht für manche, bestimmt
und organisiert sich die Gemeinschaft aber weitestgehend selbst. Sie teilen
die Verantwortung für Einkäufe, die Mahlzeiten, den Abwasch, die Wäsche,
das Saubermachen. „Man gewöhnt sich selbst ans Putzen“, erläutert Norbert A. .
Alle der Bewohner arbeiten, die meisten in den Pfingstweid-Werkstätten für
Menschen mit Behinderung in Rohrbach, Tettnang oder bei ZF. Sie arbeiten
in der Wäscherei, im Holz- oder Metallbereich und in der Verpackung oder Montage.
Arbeit gehört für alle dazu und macht auch Spaß Auch wenn man sich gerade auf
den Sommerurlaub freut, der auch von Pfingstweid angeboten wird. Die Kontinuität
in der Wohngruppe ist hoch. Bis auf einen Bewohner wohnen die meisten schon
seit Beginn in der Paulinenstraße. Man kennt sich, schätzt sich und pflegt eine
familiäre Atmosphäre. Morbus Down, frühkindliche oder pränatale Schädigungen
haben diese Menschen zwar geprägt – aber nicht hoffnungslos gemacht.
Fröhlichkeit und Plänkeleien bei den Mahlzeiten, Freundschaften,
Solidarität bestimmen das Zusammenleben. Das Leben gestaltet sich als
eine Mischung aus Wohngemeinschaft und Familie.


Zuhause im Viertel
Bis auf einen Bewohner sind alle Häfler, sie bekommen regelmäßig Besuch und gehen zu ihren Familien oder zu Freunden. Die Bewohner haben so Teil an der Gesellschaft – und das ist ihnen wichtig. Viele genießen es auch, bei ihrer Kirchengemeinde und in ihrem gewohnten Umfeld zu sein. Aktivitäten sind groß geschrieben, man nutzt die vielfältigen Angebote, die die Einrichtungen von Pfingstweid bieten. Ebenso besuchen die Paulinenstraßenbewohner auch die Feste in Friedrichshafen, gehen ins Kino und in  Konzerte. Etliche der Bewohner sind auch sportlich sehr aktiv. Alle haben ein eigenes kleines Reich, das sie selbst gestalten. Die Zimmer sind überschaubar, individuell eingerichtet, aufgeräumt, nicht nur zu festlichen Anlässen. Fernseher, DVD-Player, einige persönliche Gegenstände und Sammlungen, die individuelle  Gestaltung gehört auch zur selbständigkeit.

Sicherheit und Perspektive
Die Kontinuität ist für viele sehr wichtig, das zeigt auch die lange Verweildauer in dem Wohnprojekt. Aber dennoch gibt es Perspektiven. Nach zwanzig Jahren Wohnhaus überlegt sich Ursula G. ,  ob sie nicht auch ganz selbständig wohnen möchte. Sie arbeitet im Pfingstweid Holzfachbetrieb Tettnang, macht erfolgreich Kunst, hat viele Interessen und ist auch noch im Sport Spitze. Immerhin zwei Medaillen holte sie auf den National Special Olympics in Karlsruhe dieses Jahr. Die Betreuer von Pfingstweid begleiten, der Paulinenstraße angegliedert, noch zwei Menschen, die ganz selbständig wohnen. Auch ein „Probewohnen“ ist im Angebot von Pfingstweid, für Menschen, die aus Wohnheimen kommen ebenso wie für Menschen, die aus dem Wohnhaus in ein eigenes Appartement wechseln wollen.

Samstag will man so richtig feiern, auch Interessierte, Nachbarn und Freunde sind eingeladen. Von offizieller Seite werden ab 11 Uhr der Friedrichshafener Sozialbürgermeister Peter Hauswald und der Sozialdezernent für den Bodenseekreis Andreas Köster erwartet. Auch die Vorstände von Lebenshilfe und Pfingstweid sind vor Ort. Bewohner und Betreuer stehen für Gespräche und Informationen bereit. Anfragen können auch telefonisch gestellt werden: 07541 75791 (abends) – oder allgemein an info@pfingstweid.de.


Für Nachfragen,, Interviewpartner, Fotos, oder weitere Informationen wenden Sie
sich bitte an Olaf E. Jahnke, KomintexT, 01715457532, jahnke@komintext.com


Deutsches Handwerk und die Globalisierung:
Chance oder existenzielle Bedrohung?


Eine Zusammenfassung des Festvortrags von Dr. Andreas Wolf,
geschäftsführender Gesellschafter der LINNIG Trucktec GmbH, Markdorf
und der CM Sintertechnik, Bad Schussenried. Gehalten anlässlich des
Neujahrsempfangs bei den Kältespezialisten von H&H Gerätebau,
Langenargen, Januar 2008.

Der Festredner stellte zunächst die grundlegend anderen Bedingungen dar,
die zu globalen und auch ganz direkt bei uns im Lande nachvollziehbaren
Veränderungen führen müssten. Dazu gehörten nicht nur die Geburtenschwäche
der Deutschen sondern auch die Notwendigkeit der guten Ausbildung und der
Innovationsbereitschaft im richtigen Markt und in den richtigen Sektoren.
Die notwendigen ständigen Innovationen beträfen Produkte, Dienstleistungen,
Märkte, Prozesse, Methoden und Abläufe, erläuterte Wolf. Dabei sei nicht allein
die Menge der Innovationen sondern vielmehr die Geschwindigkeit und das
Alleinstellungsmerkmal der Innovationen relevant.
Wolf legte dar, dass mit den veränderten Verhältnissen der Kommunikationswelt
und des global verfügbaren Wissens neue Anforderungen auf die Menschen zukommen.
Der Festredner erläuterte die Zusammenhänge zwischen Ausbildung und sozialer
Kompetenz, wobei er auch provokativ das bestehende Sozialsystem in Frage stellte.
Schließlich gab der Referent einen Ausblick auf mögliche Veränderungen der
industriellen Zusammenarbeit und Geschäftsstrategien. Im Vertrauen auf Können
und Veränderungsbereitschaft resümierte der Referent , sei die globale Zukunft
durchaus positiv zu sehen.

Dazu gehörten neben ständiger Verbesserung und Fortbildung hohe Flexibilität und
Stärken bei „Softskills“, die das Besetzen von profitablen Nischen möglich machten.
Auch im Bereich Innovationen müsse eine neue Marktorientierung erfolgen – und die
Tendenz gehe eher zum KISS-Prinzip („keep it small and simple").
Eine Bilanz zieht Wolf, indem er aufteilt:
Globalisierung sei Bedrohung für Unternehmen mit überkommenen Hierarchiestrukturen,
mit fehlender Personalentwicklung und mit mangelnder Flexibilität.
Eine Chance sei die Globalisierung dagegen für globale Anbieter von „Wissenskapital“,
für Unternehmen, die Mitarbeiterentwicklung betrieben hätten und für hochflexible
Organisationen, die auf ständige Veränderungen der Bedingungen reagieren könnten.
Andereas Wolf betonte, der Paradigmenwechsel sei umfassend. Er prognostizierte
in seinem Schlusswort, das Humankapital werde das Finanzkapital als kritischen
Erfolgsfaktor ablösen. Wenn unser Land die entsprechenden Faktoren mit einbezöge,
habe es gute Voraussetzungen, der globalen Herausforderung mutig zu begegnen.

O. E. Jahnke, KomintexT